Vorbemerkung: Der Volständigkeit wegen muss auch der Bau des Kirchleins auf der Heide erwähnt werden. Es ist aber gefährlich, diesen Gegenstand zu behandeln,indem derselbe der Grund zu grossen Uneinigkeiten gewesen und heute noch eine geladene Bombe ist, die durch den kleinsten Anlass zur Explosion gebracht werden könnte.
Wir lebende, die wir diese Ereignisse mitgemacht, sind alle noch Partei, und besitzen die historische Perspektive nicht, die zur objektiven Beurteilung der Ereignisse nötig ist.
Bei Behandlung der Fremdenindustrie wurde die Erbauung der Karlskirche auf der Heide bereits erwähnt. P. Julius Stechetti aus Bergamo, bisher Pfarrer in Obervaz und Vizepräfekt, erkannte die sanitarischen Vorzüge der Heide und ihrer Alpenluft. Er ging daher 1885 daran, an einem geschützten und idyllischen Punkte am südlichen Waldrand in Lai ein Kirchlein zu erbauen, das er dem Patron seiner Ordensprovinz, dem hl. Carl Borromäus weihte. Die Gemeinde gab ihm dazu gratis den Bauplatz und lieferte auch unentgeltlich die Baumaterialien, wie Sand, Steine und Holz. Die Geldmittel erhielt er teilweise in der Gemeinde, dann aber besonders von Gönnern und Freunden in Italien. Am 3. August 1884 wurde der erste Stein zum Bau gelegt; am 25. Juli 1886 wurde das Kirchlein benediziert.
Anschliessend an die Kirche hatte P. Julius eine Wohnung erbaut, wo er selbst Sommer und Winter sich aufhielt. Da sie aber zu wenig Sonne und Raum bot, erbaute er daneben eine grössere, selbständige Wohnung. Am 5. Juli 1891 wurde die Kirche von Mg. Mischof J. Fid. Battaglia konsekriert.