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  Katholische Kirche  
Filialkirche in Lain
In Lain bestand schon in älteren Zeiten eine Kirche des heiligen Lucius; Güter derselben werden im Churwaldner Urbar von 1508 häufig genannt. Im Visitationsbericht von 1623 wird von ihr gesagt; Man lasse daselbst den grössten Teil des Jahres eine Lampe brennen, die man - wie die anderer Kirchen - mit Schmalz ernähre. Die Kapelle habe zwei alte Messgewänder von weisser Farbe und einige Güter zur Besoldung des Mesners.

Im Jahre 1678 erbaute man auf die Bemühungen der Kapuziner Patres hin die jetzige Kirche, welche mit stark baroken Malereien, das Martyrium des heiligen Lucius darstellend, versehen ist.

Die Kirchweihe erfolgte am 5. Juni 1685 durch Bischof Ulrich Demont, wie die - durch die Empore teilweise verdeckte Inschrift besagt:
"Anno Domini 1678 d. 12.Junii templum hoc PP. Capucini Missionarii inchoare curarunt, quia aliud vetus, quod exstabat, nimis parvum et indecens erat, ac tandem ipsorum solicitudine populique Vatienses devotione ad perfectionem reductum die 10. Dez. anno 1680, et anno 1685 d. 5. Junii consecratum est ab episcopo. Udalrico de monte."
Diese Kirche ist jedenfalls von künstlerischer Seite die interessanteste in der Gemeinde und verdient eine Beschreibung:
Die bunt bemalte Facade trägt oben das Bild des heiligen Lucius in der himmlischen Glorie, dem das Volk von Obervaz die Huldigung darbringt.
Weiter unten links der heilige Florinus (ein Priester in den Messgewändern) und rechts die heilige Emerita).
Zur Linken des Kirchentores der heilige Bernardo, des Namenspatron des damaligen Pfarrers P. Bernardo, und rechts der heilige Laurentius, der Namenspatron des langjährigen, eifrigen Pfarrhelfers P. Lorenzo da Edolo.
Die Sakristeitüre zeigt Axthiebe; die Franzosen hätten 1799 einbrechen wollen, aber vergebens.
Die ganze Kirche ist - in realisitisch baroker Weise ausgemalt. Das Leben des heiligen Lucius bildet den Stoff der Darstellungen im Chor. Der König Lucius hört die katholischen Glaubensboten an und bekehrt sich (über der Sakristeitüre); er predigt selbst als Missionär, er betet vor dem Kreuze, er segnet das Volk, er wird in den Brunnen geworfen, er wird gesteinigt (rechts im Chor) und seine himmlische Herrlichkeit. Die Darstellungen im Kirchenschiffe beziehen sich auf die ganze Kirche Christi, deren Verkünder Lucius gewesen, zugleich mit Anspielungen auf die Bedeutung des Ordens des heiligen Franziskus von Assisi.
Kleine Medaillons enthalten symbolische Darstellungen, das ganze Martyrium berücksichtigend, mit entsprechenden lateinischen Inschriften: Der heilige Luzius ist ein furchtloser Löwe, ein brennendes Feuer (des Glaubens und Eifers), er wägt das Irdische und Himmlische ab, er hat die Ewigkeit vor Augen.
Verschiedene familien der Gemeinde, welche zum Kirchenbau beigesteuert, durften ihren Namen anbringen, und so prangen dort auch die Namen der zwei ausgestorbenen Familien Guersch und Hosang: ferner Sigron, Bergamin, Candrian. Die Kanzel ist eine sehr feine eingelegte Arbeit, etwa das Werk des Meisters Hil. Sigron?
Alle Beachtung aber verdienen die zwei alten, gotischen Altärchen.
 
 
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