Medienmitteilung I Bezahlbarer Wohnraum als Schlüssel
Medienmitteilung vom 26. Mai 2026
Die Frage des Wohnraums gehört zu den wichtigsten Zukunftsthemen der Gemeinde Vaz/Obervaz. Die Politische Gemeinde Vaz/Obervaz und die Bürgergemeinde Vaz/Obervaz nehmen die Herausforderung des bezahlbaren Wohnraums gemeinsam in die Hand. Zusammen wollen sie eine Stiftung zur Förderung, zum Erhalt und zur Schaffung von Erstwohnraum gründen.
Bezahlbarer Erstwohnraum wird in der Gemeinde Vaz/Obervaz zunehmend knapp. Was viele Einwohner*innen seit Jahren im Alltag spüren, bestätigen inzwischen auch aktuelle Zahlen und Studien: Die Nachfrage nach Wohnungen für Menschen mit Wohnsitz in der Gemeinde übersteigt das Angebot.
Die Gründe dafür sind vielfältig. Die Gemeinde ist als Wohn- und Arbeitsort sehr attraktiv. Gleichzeitig führen hohe Immobilienpreise, begrenzte Baulandreserven sowie die Auswirkungen der Zweitwohnungsinitiative dazu, dass immer weniger Wohnungen für Einheimische verfügbar und erschwinglich sind. Besonders betroffen sind Familien, junge Erwachsene, Mitarbeitende im Gewerbe und ältere Menschen, die in der Gemeinde wohnen bleiben möchten. Bürgerratspräsidentin Luana Bergamin betont: «Bezahlbarer Wohnraum ist eine zentrale Voraussetzung dafür, dass Einheimische, Familien und Arbeitskräfte auch künftig in Vaz/Obervaz leben können. Mit der gemeinsamen Stiftung übernehmen Bürgergemeinde und Politische Gemeinde Verantwortung für die langfristige Entwicklung unserer Gemeinde.»
Gemäss einer Studie des Wirtschaftsforums Graubünden hat sich zwischen 2011 und 2021 ein zusätzlicher Bedarf von rund 350 Erstwohnungen angesammelt. Bis ins Jahr 2031 werden weitere 155 Wohnungen benötigt. Die Entwicklung zeigt deutlich: Der Bedarf an dauerhaft bewohnbarem Wohnraum nimmt weiter zu.
Die Folgen sind bereits heute sichtbar. Menschen ziehen weg, weil sie keine passende Wohnung finden. Unternehmen haben Mühe, Mitarbeitende langfristig in der Region zu halten. Gleichzeitig verändert sich die Bevölkerungsstruktur zunehmend. Die Frage des Erstwohnraums betrifft deshalb nicht nur den Immobilienmarkt, sondern die Zukunft der gesamten Gemeinde.
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wollen die Politische Gemeinde und die Bürgergemeinde gemeinsam eine Stiftung zur Förderung von Erstwohnraum gründen. Ziel ist es, langfristig bezahlbare Mietwohnungen für Personen mit Wohnsitz und Lebensmittelpunkt in Vaz/Obervaz zu schaffen und zu erhalten.
Vorgesehen ist unter anderem die Nutzung von Parzellen der Bürgergemeinde und der Politischen Gemeinde. Die Wohnungen, die darauf geplant werden, sollen gezielt für Einheimische und Familien zur Verfügung stehen. Eine Gewinnmaximierung ist laut Vorlage nicht vorgesehen. Die Mietpreise sollen kostendeckend und langfristig tragbar bleiben.
Mit der Stiftung möchten die Politische sowie die Bürgergemeinde eine langfristige Lösung schaffen und gleichzeitig die Kontrolle über den öffentlichen Boden behalten. «Wir dürfen der Entwicklung nicht mehr tatenlos zusehen. Die öffentliche Hand muss das Thema nachhaltig angehen und der Verknappung von Erstwohnraum entschieden entgegenwirken. Mit der Errichtung einer Stiftung schlagen wir genau diesen Weg ein», begründet Gemeindepräsident Maurin Malär die Massnahme.
Die Bürgergemeinde hat der Gründung der Stiftung und der Widmung einer Parzelle in Zorten an der Bürgergemeindeversammlung im März 2026 bereits zugestimmt. Auch der Gemeinderat empfiehlt die Vorlage anzunehmen. Nun liegt der Entscheid beim Stimmvolk, das über die Vorlage am 14. Juni 2026 an der Urne abstimmen wird.
Gemeindevorstand